Biographie

Rudolf Wilhelm Albert Hartung wurde 1886 in Braunschweig geboren. Nach dem Abitur begann er zunächst ein Jura- Studium in München, doch bereits nach einem Semester folgte er seiner eigentlichen Berufung und nahm das Musikstudium an der Münchner Akademie der Tonkunst auf. Bevor er 1910 sein Abschluss-Examen in München absolvierte, wechselte er zwischenzeitlich an die Musikhochschulen in Berlin und Leipzig, wo er bei qualifizierten Lehrern eine solide und vielseitige musikalische und musikwissenschaftliche Ausbildung erhielt.

Zwischen 1910 und 1912 wirkte er als Lehrer an Konservatorien und als Chorleiter in Hamburg. Nach kurzem Militärdienst wurde er 1916 Solorepetitor und Kapellmeister, später auch Chordirektor und Theaterkomponist am damaligen Hoftheater in Braunschweig, dem späteren Landestheater und heutigen Staatstheater Braunschweig.

1935 verließ er das Theater, um als Pädagoge und freischaffender Komponist tätig zu sein. Drei Jahre später übernahm er die Orchester- und Kompositionsklasse der Niedersächsischen Musikschule, zu deren künstlerischer Leiter er von 1945 bis 1947 berufen wurde.

Im Jahre 1958 zog Rudolf Hartung nach Bad Harzburg, wo er bis etwa 1971 komponierte und am 23. Januar 1975 starb. Den Schwerpunkt seines kompositorischen Schaffens bildet die Kammermusik. Darüber hinaus schuf er Klavierwerke, Lieder, Balladen, vier Singspiele sowie zahlreiche Gelegenheitskompositionen und Schauspielmusiken.

Der Komponist Rudolf Hartung war aus tiefster Überzeugung und im besten Sinne des Wortes Romantiker. Aus seinem künstlerischen Verständnis heraus musste er sich den neuen Strömungen der Musik verweigern und unbeirrt seinen Weg gehen Dabei gelangte er zu großer Meisterschaft. In seinen zentralen Werken – vor allem in der Kammermusik – ist eine intensive Nähe der musikalischen Empfindung zu Johannes Brahms, Richard Strauss und vor allem Max Reger beeindruckend, wobei sein ausgeprägter Personalstil die Gefahren Epigonentums bannte.
Sein Credo lautete:

Das Ursprüngliche ist die Melodie, alles andere ergibt sich daraus.